Connected Cars: Die nächste Generation des Automobils

Die Automobilbranche erlebt aktuell den größten Umbruch seit Erfindung des Automobils vor 120 Jahren. Das spielt besonders in einem Land wie Deutschland, in dem die Automobilindustrie so groß ist, eine wichtige Rolle. Viele wissen allerdings gar nicht so richtig, was gemeint ist, mit den „Connected Cars“, den vernetzten Autos. Was können sie, wann wird es sie geben – oder gibt es sie vielleicht sogar schon? Wir haben recherchiert und die wesentlichen Infos einmal für Sie zusammengetragen.

Während die Automobilbrache seit ein paar Jahren einen großen Umbruch erlebt, wissen viele trotzdem noch nicht so richtig, was es mit den sogenannten Connected Cars auf sich hat, was sie können und ob sie noch Zukunftsmusik oder bereits Realität sind. Deshalb haben wir ein wenig recherchiert und die wichtigsten Details zusammengetragen.

Seit einiger Zeit arbeitet nahezu die gesamte Automobilbranche an der Vernetzung von Fahrzeugen mit dem Internet und untereinander. Es ist die notwendige Voraussetzung für intelligente und selbstfahrende Vierräder, die es in den kommenden Jahren geben soll. Schon heute gibt es Modelle, die bestimmte Situationen im Straßenverkehr selbstständig – ohne den Fahrer – meistern können. Dazu gehört beispielsweise das Erkennen der Spur auf der Autobahn oder das Einparken am Straßenrand. Dass das möglich ist, dafür sorgen zahlreiche Sensoren, die im Auto angebracht sind. Sie verfolgen genau mit, was der Autofahrer tut: Wann er bremst, wie schnell er beschleunigt, oder welchen Radiosender er hört.

Das Auto wird so mehr und mehr zu einem smarten Begleiter, der unsere alltäglichen Wege kennt, weiß, wo wir sonntagsmorgens den nächsten Bäcker finden und der automatisch bremst, wenn wir uns einem Stau nähern, dessen Ende noch nicht einmal in Sichtweite ist. Mittlerweile gehen Branchenexperten davon aus, dass es bis 2020 weltweit 250 Millionen vernetzte Autos und LKW geben wird. Ab 2025 werden wohl alle Neuwagen mit dem Internet der Dinge (IoT) verbunden sein. Aber was bringt die Vernetzung der Fahrzeuge?

Schneller am Ziel ankommen

Die Vernetzung der Autos soll den Straßenverkehr optimieren. Bedeutet: Weniger Staus und kürzere Fahrzeiten. Das vernetzte Fahrzeug kennt Verkehrszustände in Echtzeit, findet die kürzesten, beziehungsweise schnellsten Wege und leitet um, sobald sich eine Zeitverzögerung abzeichnet. Zudem sorgen künftig auch vernetzte Parktechnologien dafür, dass Fahrer bei der Parkplatzsuche kostbare Zeit einsparen. Die Software weiß, wo Parkplätze in der Nähe frei sind und lenkt das Auto direkt dorthin – und parkt es auch noch perfekt ein. Besonders für Vielfahrer und Pendler zeichnet sich eine rosige Zukunft auf den Straßen ab: Experten gehen davon aus, dass sie bis 2025 bis zu 95 Stunden weniger pro Jahr im Stau stehen werden. Bei durchschnittlich 250 Arbeitstagen im Jahr, ergibt sich also schon bald eine Zeitersparnis von fast einer halben Stunde pro Tag. Eine Zahl, die sich sehen lassen kann.

Mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Aber die vernetzten Autos versprechen noch mehr. Sie sollen unsere Straßen sicherer machen. Denn sie halten sich immer an Geschwindigkeitsbegrenzungen, halten den exakten Sicherheitsabstand zum Vorderfahrer ein und messen auch die Abstände seitlich des Fahrzeugs – etwas zu Leitplanken auf der Autobahn oder zu Fahrradfahren in der Stadt. Unfälle sollen so gestrichen und Fahrzeug- wie Personenschäden vermieden werden.

Geringere Kosten für Autobesitzer

Ein weiterer erfreulicher Aspekt, den die internetfähigen Fahrzeuge bringen: Sie lassen ihre Besitzer kosten sparen. Das liegt natürlich einerseits an vermiedenen Unfällen, die Schadenskosten der Vergangenheit angehören lassen. Andererseits nutzen sich die Autos künftig aber auch langsamer ab, da sie besonders schonend gefahren und gebremst werden.

Ein Plus für die Umwelt

Die schonende Fahrweise sowie die Stauverringerung hat natürlich auch positive Auswirkungen auf unsere Umwelt. So wird prognostiziert, dass durch den geringeren Benzinverbrauch im Jahr 2025 bereits etwa 400.000 Tonnen CO2 eingespart werden können.

Und die Kehrseite der Medaille?

Wie so oft, gibt es auch einen negativen Aspekt – die verwendeten Daten. Denn die intelligenten Autos sind ganz einfach nur so intelligent, weil sie die Daten ihrer Fahrer sammeln, auswerten und nutzen. Sie kennen die Standortdaten der privaten Wohnung, wissen, zu welchen Uhrzeiten wo gearbeitet wird, wo zum Wocheneinkauf hingefahren wird und welcher Sender im Radio am liebsten gehört wird. Um nur ein paar wenige Informationen zu nennen, die das intelligente Auto kennt. Und wie es mit jedem IT-System ist, kann auch das vernetzte Auto Hackern zum Opfer fallen. Dann können private Verbraucherdaten betroffen sein, aber auch Sicherheitssysteme wie das Airbag-System oder die Motorsteuerung. Und das kann schnell gefährlich werden.

Fakt ist also: Die Zukunft vernetzter Automobile ist nicht mehr allzu fern, denn in Ansätzen sind sie bereits da. Aber bis sie wirklich serientauglich und vollautomatisiert auf Deutschlands Straßen fahren, wird es wohl noch eine Weile dauern. Denn nach wie vor gibt es nicht zu missachtende Sicherheitsrisiken.