Bei der laufenden Durchschnittsverzinsung werden im Gegensatz zur Nettoverzinsung nur die laufenden Erträge und Aufwendungen aus Kapitalanlagen einberechnet (vgl. Fußnote). Zusätzlich werden noch Abschreibungen auf Grundstücke als Aufwendungen erfasst. Die Differenz aus diesen Erträgen und Aufwendungen wird wieder durch den durchschnittlichen Jahresbestand an Kapitalanlagen dividiert. Kursgewinne aus Sachwerten werden hier also nicht berücksichtigt.
Die Einbeziehung der Abschreibung auf Grundstücke führt dazu, dass Lebensversicherungsunternehmen, die einen relativ hohen Grundstücksanteil in den Kapitalanlagen haben, in der Regel eine niedrigere laufende Durchschnittsverzinsung erzielen, da die Abschreibung auf Grundstücke die laufenden Erträge aus Kapitalanlagen mindert. Diese Kennzahl wird also durch die Zusammensetzung der Kapitalanlagen mit beeinflusst.
¹Erträge: laufende Verzinsung, außerordentliche Erträge
²Aufwendungen: Verwaltung der Kapitalanlagen, Abschreibungen auf Kapitalanlagen